Promwad auf der ISE 2026: Highlights und technische Diskussionen für Broadcast und Pro AV

Meet Promwad at ISE 2026

 

Vom 3. bis 6. Februar nahmen wir an der Integrated Systems Europe 2026 in Barcelona teil und trafen uns mit OEMs aus dem Rundfunkbereich, Studios und Pro-AV-Teams, um über die realen technischen Herausforderungen in modernen Mediensystemen zu diskutieren – sowohl in der Hardware- als auch in der Softwareentwicklung.  

Im Vorfeld der Messe haben wir das 2026 Engineering Playbook for Broadcast & Media erstellt, in dem wir sieben technische Trends skizzieren, von denen wir erwarten, dass sie die Kundenanforderungen in den kommenden Jahren prägen werden, basierend auf unseren Projekterfahrungen und den Erkenntnissen von Marktexperten.

Die Diskussionen auf der ISE bestätigten, dass diese Themen heute von hoher Relevanz sind, da sich die Teams konsequent auf geringe Latenzzeiten, Interoperabilität in Umgebungen mit verschiedenen Anbietern und die zunehmende Verbreitung von AV-over-IP-Workflows konzentrieren.

 

Vadim and Dmitry at ISE 2026

 

Technische Erkenntnisse aus der ISE 2026

Die ISE 2026 hob drei dominante Kräfte hervor, die die Entwicklung im Bereich Rundfunk und Pro AV prägen: IP-first-Systemdesign, in Workflows integrierte KI und technische Entscheidungen, die von Nachhaltigkeit und Resilienz bestimmt sind. An den Ständen, in den Vorträgen und bei den Meetings wurde deutlich, dass die Anbieter sich von isolierten „One-Box“-Produkten wegbewegen und hin zu komplexen Systemen, die über Hardware, eingebettete Software, Netzwerke und Benutzeroberflächen hinweg zuverlässig funktionieren müssen.

1. Die Konvergenz von Rundfunk und Pro AV erhöht die Komplexität der Systeme

Die ISE positionierte sich weiter als Konvergenzmesse, da Broadcast-Anbieter zunehmend den Pro-AV-Markt ins Visier nehmen. In der Praxis konzipieren Broadcast-Teams Lösungen nach wie vor unter infrastrukturellen Gesichtspunkten – IP-Netzwerke, Timing, Redundanz –, während Pro-AV-Käufer fertige, benutzerfreundliche Ergebnisse wie raumfertige Workflows und vereinfachte Steuerung erwarten. Diese Kluft schafft zusätzliche Herausforderungen bei der Integration und Produktisierung, wenn Lösungen skaliert werden.

  • Broadcast-OEMs: Anpassung von Broadcast-Technologie an Pro-AV-orientierte SKUs mit vereinfachter Benutzererfahrung, rollenbasierten Schnittstellen und wiederholbaren Workflows für Unternehmensstudios, Bildungseinrichtungen und hybride Veranstaltungen.
  • Pro-AV-Produktteams: Aufbau von Plattformen, die beide Bereiche abdecken und gleichzeitig ein vorhersehbares Verhalten in realen, gemischten Umgebungen gewährleisten.
  • Integratoren: Entwicklung proprietärer Lösungen, die benutzerdefinierte Steuerungs-, Überwachungs- und Orchestrierungsebenen erfordern, die die Zuverlässigkeit von Rundfunk mit der Benutzerfreundlichkeit von Pro AV verbinden.  

 

Vadim Shilov at ISE 2026
Dmitry Vinnichek at ISE 2026


2. AV-over-IP und Standards sind mittlerweile Grundvoraussetzungen

Interoperabilität und softwaredefinierte AV-Systeme waren wiederkehrende Themen auf der ISE 2026. AV-over-IP wird nicht mehr als Unterscheidungsmerkmal angesehen, sondern als grundlegende Erwartung. Die technische Herausforderung hat sich von der Behauptung der Unterstützung von Standards hin zur Wiederholbarkeit und Überprüfbarkeit der Interoperabilität mehrerer Anbieter in der Produktion verlagert.

  • IP-Modernisierung: SDI-zu-IP-Übergänge mit ST 2110 und NMOS, einschließlich Registrierungsintegration, Flusskontrolle und Validierung durch mehrere Anbieter.
  • AV-over-IP-Implementierungen: NDI-basierte und hybride Ansätze, die Latenz, Kosten und einfache Bedienung in Einklang bringen.
  • Verifizierungswerkzeuge: Testframeworks und Automatisierung zur Validierung der Interoperabilität in gemischten Hersteller-Ökosystemen.

3. KI liefert nur dann einen Mehrwert, wenn sie in Arbeitsabläufe integriert ist

KI war auf der ISE 2026 nicht als eigenständige Produkte, sondern als in Steuerungs-, Automatisierungs- und Medien-Workflows integrierte Funktionen vertreten. In Unternehmens- und Bildungsumgebungen liegt der Schwerpunkt darauf, fortschrittliche AV-Systeme auch für Nicht-Experten nutzbar zu machen, was zusätzliche Anforderungen an das Systemdesign und das Lebenszyklusmanagement stellt.

  • Workflow-Integration: KI-gestützte Kamerasteuerung, Szenenwechsel, Untertitelung, Qualitätsüberwachung und Anomalieerkennung über stabile APIs.
  • Systemdesign: Datenpipelines, Telemetrie und Edge-to-Cloud-Aufteilung, die für Produktionsumgebungen geeignet sind.
  • Betriebsbereitschaft: Compliance- und Governance-Aspekte werden ohne unnötige Komplexität umgesetzt.
     
How we approach delivery

 

4. Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit beeinflussen technische Entscheidungen

Die Diskussionen auf der ISE 2026 verlagerten sich von den wichtigsten Spezifikationen hin zur langfristigen Effizienz. Stromverbrauch, thermisches Verhalten, Wartungsfreundlichkeit und Lebenszykluskosten werden zunehmend als zentrale technische Einschränkungen betrachtet, ebenso wie die wachsende Besorgnis über die Volatilität der Lieferkette.

  • Hardware-Effizienz: Architekturen mit geringem Stromverbrauch und thermisch optimierte Designs.
  • Lebenszyklus-Resilienz: modulare Designs und Strategien zur zweiten Beschaffungsquelle für Komponenten.
  • Flottenmanagement: Fernüberwachung und Telemetrie zur Unterstützung des langfristigen Betriebs.

5. Vertikale Ausrichtung stärkt die Produktpositionierung

Die Botschaften auf der ISE zeigten einen deutlichen Kontrast: Nicht-Broadcast-Anbieter sprechen zunehmend in vertikalspezifischen Begriffen, während Broadcast-Botschaften oft allgemein bleiben. Produkte, die sich an klaren Anwendungsfällen und Einsatzszenarien orientieren, finden tendenziell mehr Resonanz als abstrakte Behauptungen.

  • Vertikale Bundles: Firmware-Varianten, Voreinstellungen und UI-Profile, die auf bestimmte Märkte zugeschnitten sind.
  • Workflow-Pakete: einsetzbare Vorlagen und Integrationen mit Steuerungs- und Überwachungssystemen.
  • Roadmap-Umsetzung: Technische Unterstützung für die Bereitstellung von MVP, Migrationsprojekten und Skalierung.

Die Gespräche auf der ISE 2026 haben bestätigt, dass es sich hierbei nicht um Zukunftsvisionen handelt. Sie stellen aktuelle technische Anforderungen für Teams dar, die Broadcast- und Pro-AV-Systeme in Produktionsumgebungen aufbauen und weiterentwickeln.
 

Final day at ise 2026 Promwad

 

Wichtigste Erkenntnis

Die ISE 2026 hat deutlich gezeigt, dass Broadcast- und Pro-AV-Systeme zunehmend IP-zentriert, softwaredefiniert und workflowgesteuert werden. Infolgedessen hängt die Produktdifferenzierung immer weniger von einzelnen Komponenten ab, sondern vielmehr von der Fähigkeit, komplette, zuverlässige Systeme zu entwickeln, die sich über Hardware-, Software- und Herstellerumgebungen hinweg skalieren lassen.

► Erfahren Sie mehr über Promwad-Dienstleistungen für Rundfunk und Medien
 

Lassen Sie uns das Gespräch fortsetzen

Wenn diese Herausforderungen mit Ihrer aktuellen Roadmap oder Ihren laufenden Projekten übereinstimmen, steht Promwad Ihnen als Engineering-Partner zur Seite – von der frühen Architektur und Prototypenentwicklung bis hin zur Systemvalidierung und Produktionsunterstützung.

 

Einige Bilder wurden freundlicherweise von ISE, Integrated Systems Europe, zur Verfügung gestellt.
 

 

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