Mobile Referenzplattform für Live-Streaming mit On-Device-KI
Das Projekt in Kürze: Das interne Forschungs- und Entwicklungsteam von Promwad hat eine plattformübergreifende mobile Anwendung entwickelt, die ein Smartphone in eine einsatzbereite Live-Übertragungskamera für YouTube, Twitch oder einen beliebigen RTMP-Endpunkt verwandelt. Sämtliche Prozesse laufen direkt auf dem Gerät ab: Die Einrichtung der Übertragung ist vollständig automatisiert, sodass ein Fingertipp genügt, um live zu gehen. Der Stream bleibt auch bei Unterbrechungen stabil, die bei der alltäglichen Nutzung eines Smartphones auftreten und weniger robuste Implementierungen zum Scheitern bringen. Zudem unterdrückt ein neuronales Netzwerk Umgebungsgeräusche lokal auf dem Gerät und sorgt so für Audio in Broadcast-Qualität. Die Anwendung wurde bei realen Live-Übertragungen auf YouTube und Twitch erfolgreich getestet und bietet eine praxisnahe Grundlage für Rundfunkveranstalter und Medienunternehmen, die ein eigenes, gebrandetes Tool für die Außenproduktion entwickeln möchten.
Wir präsentieren diese Anwendung auf der IBC 2026.
Amsterdam, 11.–14. September, Halle 8, Stand C32c, Deutscher Pavillon.
Was Rundfunkveranstalter erhalten
Eine Redaktion, die Beiträge schneller und kostengünstiger produziert
Für einen Außeneinsatz sind normalerweise ein Kameramann, ein Tontechniker und eine Encoder-Ausrüstung erforderlich. Diese Anwendung ersetzt all das durch ein Smartphone, das Audio in Broadcast-Qualität liefert und den Stream auch unter realen Einsatzbedingungen stabil hält. So kann eine Redaktion die Kosten pro Beitrag senken, mehr Reporter an mehr Orte entsenden und verhindern, dass aktuelle Ereignisse aufgrund langer Einrichtungszeiten verpasst werden.
Eine Broadcast-Produktion mit mehr Zuspielungen und weniger Ausfallrisiken
Zuspielungen aus dem Publikum, vom Spielfeldrand oder aus dem Backstage-Bereich bieten der Hauptübertragung mehr Perspektiven und größere redaktionelle Freiheit. Doch derzeit bedeutet jede zusätzliche Zuspielung auch ein zusätzliches Risiko: eine weitere Verbindung, die abbrechen kann, und eine weitere Audiospur, die möglicherweise nicht den Qualitätsanforderungen entspricht. Diese Anwendung verwandelt jedes Smartphone am Veranstaltungsort in eine zuverlässige Zuspielquelle, deren Audioqualität den Anforderungen der Hauptübertragung entspricht. So können Produzenten mehr Zuspielungen einbinden, ohne das Ausfallrisiko zu erhöhen.
Eine Medienplattform, die ihr mobiles Nutzererlebnis selbst kontrolliert, statt es von Drittanbietern zu beziehen
Plattformen, die ihre Content-Creator auf eine allgemeine Streaming-App verweisen, verlieren die Kontrolle über die Benutzeroberfläche, den Ingest-Pfad und die Nutzerdaten. Diese Anwendung wird zur mobilen Komponente der Plattform: Sie wird an deren Marke angepasst, mit der plattformeigenen Ingest-Infrastruktur und Identitätsverwaltung verbunden und als Bestandteil des Plattformprodukts bereitgestellt statt als Behelfslösung eines Drittanbieters.
So setzt Promwad die Lösung um
Promwad bietet die Lösung je nach Produkt und Workflow des Kunden in verschiedenen Formaten an:
Die Anwendung ist ein funktionsfähiger, verifizierter Ausgangspunkt und muss nicht von Grund auf neu entwickelt werden. Dadurch können Kunden innerhalb weniger Wochen statt mehrerer Monate zu einer produktionsreifen Lösung gelangen.
Dasselbe Entwicklungsteam, das die Referenzlösung entwickelt hat, übernimmt auch die Integration und Anpassung für den Kunden. Dabei vereint es vier Kompetenzbereiche, die nur selten in einem einzigen Team gebündelt sind: mobile Entwicklung, plattformnative Systemkomponenten, die Integration von Echtzeit-Audioverarbeitung und Broadcast-Protokolle.
Aufbau der Anwendung
Drei Ebenen, die jeweils eine eigene Problemklasse abdecken:
- Eine Flutter-Ebene steuert die Benutzeroberfläche und die Logik für den Start der Live-Übertragung. Sie basiert auf einer gemeinsamen Codebasis für iOS und Android und verfügt über eine zentrale Ebene zur Fehlerzuordnung, die jeden internen Fehler in eine für den Bediener verständliche und umsetzbare Meldung übersetzt.
- Eine native Streaming-Engine übernimmt die Hardware-Codierung, die Kameraerfassung und die Verwaltung des Betriebssystem-Lebenszyklus.
- Eine native C++-Audiobibliothek übernimmt die Geräuschunterdrückung. Sie ist in den Mikrofonpfad der Engine integriert, sodass das Audiosignal bereits vor der Codierung bereinigt wird.
Zwei Entscheidungen waren für alles Weitere maßgeblich:
- Die erste Entscheidung bestand darin, eine vollständig eigene Streaming-Engine zu entwickeln: Kein standardmäßig verfügbares Flutter-Plug-in bot die für das Produkt erforderliche Kontrolle auf Encoder-Ebene. Genau diese Kontrolle ermöglichte es, die notwendige Zuverlässigkeit zu erreichen.
- Die zweite Entscheidung war der Betrieb ohne Backend. Anmeldung, Einrichtung der Übertragung, Geräuschunterdrückung und Streaming erfolgen vollständig auf dem Gerät. Dies gilt auch für die browserbasierte OAuth-Authentifizierung von Twitch, die über einen kurzzeitig aktiven lokalen Server auf dem Smartphone abgewickelt wird. Für ein Unternehmen, das dieses Konzept übernimmt, bedeutet das: keine zu betreibende Cloud-Infrastruktur und keine Zugangsdaten, die das Gerät verlassen.
Im Praxiseinsatz verifiziert
Das Verhalten beim Live-Streaming lässt sich nicht in einem Simulator reproduzieren. Daher wurde die Anwendung in Form realer Übertragungen auf physischen Geräten mit YouTube und Twitch im Live-Betrieb getestet. Dabei wurden gezielt Bedingungen herbeigeführt, die normalerweise zu Stream-Abbrüchen führen: das Minimieren der Anwendung während der Übertragung, das Sperren des Bildschirms sowie der Verlust und die Wiederherstellung der Netzwerkverbindung.
Lizenzierung und Wiederverwendung
Die Anwendung basiert auf Open-Source-Komponenten, die ausnahmslos unter freizügigen Lizenzen stehen und eine kommerzielle Nutzung unter Angabe der Urheber erlauben.
Die Lösung zur Geräuschunterdrückung wurde als eigenständige native Bibliothek umgesetzt und nicht fest in die Anwendung integriert. Dadurch lässt sie sich unabhängig in ein anderes Produkt übernehmen. Plattformspezifische Anforderungen sind direkt im Code berücksichtigt, darunter die Encoding-Vorgaben von Twitch, die Richtlinien der YouTube Live API und die Regeln für Vordergrunddienste unter Android 14. Kunden übernehmen somit eine bereits regelkonforme Implementierung, anstatt sie selbst neu entwickeln zu müssen.
Die Anwendung ist ein funktionsfähiger, verifizierter Ausgangspunkt und kein fertiges Produkt. Die genaue Konfiguration, die Integrationen, das Branding und zusätzliche Workflows werden während der Anforderungsdefinition auf den jeweiligen Anwendungsfall des Kunden zugeschnitten. Dasselbe Team, das die Referenzlösung entwickelt hat, steht auch für die darauf aufbauende Entwicklung des Kundenprodukts zur Verfügung.
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FAQ
Unterstützen Sie professionelle Broadcast-IP-Standards wie SMPTE ST 2110, NMOS, SRT oder RIST?
Ja. Neben dem in dieser Anwendung verwendeten RTMP deckt Promwads Broadcast-Kompetenz auch SMPTE ST 2110, AES67, NMOS (IS-04 / IS-05), IPMX, SRT, RIST, PTP-Zeitsynchronisation sowie IP-Medienökosysteme einschließlich NDI ab. → Entdecken Sie unsere Expertise in den Bereichen Broadcasting & Media
Können Sie bei der Migration eines bestehenden SDI-basierten Workflows auf IP unterstützen?
Ja. Die Migration von SDI zu IP gehört zu Promwads Kernkompetenzen im Broadcast-Bereich. Dabei setzen wir auf praxiserprobte Migrationsstrategien, die Unterbrechungen bestehender Produktionsketten auf ein Minimum reduzieren.
Arbeitet Promwad neben Software auch mit Broadcast-Hardware und FPGAs?
Ja. Promwad bietet End-to-End-Entwicklung aus einer Hand: Hardware und FPGA-basierte Video- und Audioverarbeitung, Embedded Software, Geräteanwendungen und Cloud-Komponenten.
Wie erfüllt Promwad die Anforderungen an ultraniedrige Latenzen bei Live-Übertragungen?
Ein konsequent auf niedrige Latenzen ausgerichtetes Design ist ein zentraler Grundsatz der Broadcast-Entwicklung bei Promwad: Definierte Latenzbudgets und die Leistungsvalidierung unter Last gewährleisten ein deterministisches Verhalten unter realen Einsatzbedingungen. Für Contribution-Anwendungen über RTMP hinaus lässt sich die Streaming-Engine dieser Anwendung um SRT und RIST erweitern.



































